Exotisches: Lianen in Berlin’s Natur


Die Echte Waldrebe (Clematis vitalba) zaubert mit ihren fedrigen Samen Herbstkunst in die Sonne. (© meine-kleine-stadtnatur.de

Die Echte Waldrebe (Clematis vitalba) zaubert mit ihren fedrigen Samen Herbstkunst in die Sonne. (© meine-kleine-stadtnatur.de

Als sogenannte Pionierpflanze rankt und klettert die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) auf  Mauern, Bäumen und in Gebüschen mitten in Berlin. Waldreben gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse und lassen sich dem Lebensformtyp der Lianen zuordnen. Sie wachsen auf feuchten und frischen Böden. Auch an Waldrändern sind sie häufig zu finden. Die Lianen wurzeln am Boden und klettern an senkrechten Gebilden empor. Ihr Stamm ist verholzt und nicht selten armdick. Er dient als anfängliche Stütze und Kletterhilfe. Mit Hilfe ihrer Blätter, die ähnlich wie Ranken umgebildet sind und des linkswindenden Sprosses klettert die Waldrebe in die Höhe. Unter günstigen Bedingungen erreicht sie Höhen bis zu 10m und bildet dichte Gebüsche aus.

Bei der Gewöhnlichen oder Echten Waldrebe handelt es sich nicht um eine parasitäre Pflanze. Dennoch kann sie ihre Stützbäume und -gebüsche durch Gewicht und Konkurrenz  um Licht erheblich schädigen oder gar abtöten.

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Die weißen Blüten der Gewöhnlichen Waldrebe mit ihren unzähligen Staubblättern. (© qay/ pixelio)

Die Blütezeit dieser Lianen dauert von Juni bis September. Dabei zieht der unangenehme Duft der weißen Blüten hauptsächlich Schmetterlinge und Käfer, welche diese bestäuben, an. Nach der Blütezeit entwickeln sich die einzelnen Fruchtblätter zu kleinen Nüsschen. Die Staubblätter hingegen verlängern sich schwanzartig und sind mit langen Haaren besetzt. Aus diesem Grund bezeichnet man die Samenfrüchte auch als „Teufelszwirn“. Die vielen Flugapparate werden am Ende des Winters durch Winde weiterverbreitet.

Während der kalten Jahreszeit dienen die reichlichen Bestände der Sammelfrüchte vielen Vogelarten als Nahrungsquelle.  Ebenso suchen die Vögel in größeren Lianengebüschen Schutz.

Die Inhaltsstoffe der Waldrebe wirken hautreizend und sind giftig für den Menschen. Allerdings verliert sich ihr Gift, wenn sie getrocknet oder gekocht wird. Die Waldrebe wird auch als Heilpflanze verwendet. In der Homöopathie benutzt man sie bei Hautproblemen, rheumatischen oder neuralgischen Schmerzen.