Der Wiedehopf fliegt wie ein Schmetterling



Unverkennbar schön - das Federkleid des WiedehopfsDer Wiedehopf (Upupa epops) ist die einzige Art aus der Familie der Wiedehopfe und gehört zur Ordnung der Rackenvögel. Seine äußeren Kennzeichen machen ihn unverwechselbar: Orangebraunes Gefieder, breite schwarze und weiße Bänder an den Schwingen und am Schwanz, orangefarbener Schopf sowie der lange, gebogene Schnabel mit schwarzer Spitze. Mit circa  25-29 cm ist er ein mittelgroßer Vogel. Bei Erregung wird die Federhaube des Kopfes aufgerichtet, ähnlich wie bei einem Kakadu. Weibliche und männliche Vögel sind nur sehr schwer zu unterscheiden und ähneln sich vom Gefieder. Sein Flug scheint träge und wellenförmig, weshalb dieser an den eines Schmetterlings erinnert.

Rückt die Balzzeit näher sind die Rufe des Männchens, ein monotones dreisilbiges „up-up-up“, weithin zu hören. Die Männchen rufen dann von erhöhten Plätzen und fliegen auffallend von einem Ansitz zum nächsten, um die größtmögliche Präsenz zu zeigen. Da der Wiedehopf zu den Ganz- oder Halbhöhlenbrütern gehört, werden die Gelege meist in alten Baumhöhlen angelegt. In Ermangelung geeigneter Nistmöglichkeiten werden auch Steinhaufen, Mauerlöcher, große Nistkästen oder alte Scheunen genutzt.

Ein Wiedehopfgelege besteht aus 5-8 Eiern. In Ihrer Erscheinung sind die Eier ebenso eigenwillig wie der Vogel selbst: Ihre Form ist lang und oval, die Farbe von einem hellen Blaugrau bis hin zu einem Grüngrau mit Sprenkeln. Die Bebrütung übernimmt allein das Weibchen. Das Männchen ist für die Nahrungsbeschaffung zuständig. Sind die Küken nach etwa 14-18 Tagen geschlüpft, bleibt der Altvogel noch bis zum ersten Flaumgefieder auf dem Nest. Die jungen Wiedehopfe können zu ihrer Verteidigung gezielt Kot auf Eindringlinge ihrer Bruthöhle spritzen.

Zur Nahrung der Wiedehopfe gehören neben großen Bodeninsekten, Würmer, Spinnen, Asseln und Schnecken, aber auch kleine Eidechsen oder Jungvögel. Mit seinem großen geschwungenen Schnabel stochert er im Boden nach Nahrung. Ist er fündig geworden, legt er den Kopf zum Herunterschlucken in den Nacken oder wirft die Beute dazu sogar in die Luft.

Aufgerichtete Federhaube - wie beim KakaduDer Lebensraum des Wiedehopfs liegt in klimatisch begünstigten und vor allem niederschlagsarmen, warmen Gebieten. Er ist meist in offenen Landschaften mit vegetationsarmen Flächen oder lockerem Baumbestand anzutreffen. Dennoch ist das Vorhandensein geeigneter Nistmöglichkeiten wichtig. Diese Voraussetzungen finden sich in Bereichen ehemaliger Truppenübungsplätze, offenen Parklandschaften, extensiv bewirtschafteten Flächen, Trockenrasen, Streuobstwiesen und Sandheiden.

Für den Wiedehopf typisch - der wellenförmige FlugLeider findet der Wiedehopf durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den hohen Einsatz von Pestiziden immer weniger Ruckzugsräume. Geeignete Lebensräume und ein ausreichendes Nahrungsangebot sind nur noch selten zu finden. Ebenso macht die Klimaveränderung, aufgrund feucht-kalter Witterung während der Brut- und Aufzuchtszeit, den Beständen zu schaffen. Doch auch die Freizeitgestaltung des Menschen, welcher immer mehr aus den Städten in die Natur des Umlandes strömt, trägt zu empfindlichen Störungen bei.

Aus diesem Grund ist es wichtig extensive Landschaften, Rebfluren, Streuobstwiesen und Obstbaumalleen zu erhalten und zu schützen. Auch das Anbringen von Nisthilfen wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv aus oder die Pflanzungen geeigneter Baumarten. Um den Ansturm von Besuchern in geordnete Bahnen zu lenken, ist ein sinnvolles Management des Freizeitourismus in vielen Gebieten notwendig. Erlebnispfade, Aufklärungstafeln oder Themenwanderungen können zum Schutz und zu einem besseren Verständnis der Natur mit all ihren Lebewesen und deren Lebensweisen beitragen.